Selbst die erfahrensten Handwerker machen Fehler. Beim Tufting gibt es einige, die immer wieder auftreten. In diesem Artikel betrachten wir die häufigsten Fehler beim Tufting, denen viele Maker auf ihrem Weg begegnen, warum sie entstehen und vor allem, wie man sie vermeiden kann. Basierend auf realen Fällen und Fragen unserer Kundinnen und Kunden möchten wir dir eine praktische Checkliste an die Hand geben, um die frustrierendsten Probleme zu vermeiden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Leinwand nicht ausreichend gespannt
- 2. Verwendung ungeeigneten Garns
- 3. Unregelmäßige Geschwindigkeit bei der Nutzung der Maschine
- 4. Überspringen der Finish-Phase
- 5. Falsche Wahl des Backings
- 6. Zu großer Abstand zwischen den Stichen
- 7. Ungleichmäßiger oder zu geringer Druck
- 8. Mangelnde Reinigung und Wartung
- 9. Arbeiten mit Garnresten und Überschüssen auf der Rückseite
- 10. Den Flor ohne vorheriges Auftragen von Kleber finishen
1. Leinwand nicht ausreichend gespannt
Einer der häufigsten Fehler ist es, die Primärleinwand vor Beginn nicht gleichmäßig und straff zu spannen. Ist die Leinwand locker oder weist Falten auf, kann sich das Garn während des Tuftings bewegen, was zu versetzten Stichen, leeren Stellen oder ungleichmäßiger Spannung führt.
Lösung: Spanne die Leinwand vor dem Tufting wie eine Trommel. Verwende eine professionelle Spannzange, um auf allen Seiten eine konstante Spannung zu erzeugen, und überprüfe, dass sich die Leinwand nicht bewegt, wenn du sie mit dem Finger eindrückst. Kontrolliere die Spannung regelmäßig, insbesondere bei großen Flächen.
Für eine vertiefende Erklärung lies unseren Blogartikel "Wie man eine perfekte Basis für Tufting erhält".

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2. Verwendung ungeeigneten Garns
Ein häufiger Fehler ist die Wahl eines Garns, das nicht mit der Maschine oder der gewünschten Stichart kompatibel ist. Manche Garne sind zu dünn und reißen leicht, andere sind zu elastisch und verlieren ihre Spannung.
Lösung: Verwende Garne, die speziell für Tufting geeignet sind. Benötigt dein Projekt mehr Volumen, kannst du dickere Garnstärken oder Mischungen in Betracht ziehen, teste sie jedoch immer zuerst an einem Muster. Sieh dir auch unseren Leitfaden zu idealen Garnen für Tufting an.

3. Unregelmäßige Geschwindigkeit bei der Nutzung der Maschine
Zu schnelles oder zu langsames Arbeiten mit der Tufting-Maschine ist ein klassischer Fehler. Bei zu hoher Geschwindigkeit können Stiche übersprungen werden, bei zu niedriger Geschwindigkeit entstehen Garnansammlungen oder zu dichte Stiche.
Bewährte Praxis: Halte ein gleichmäßiges Tempo ein. Übe zu Beginn an Reststücken, um dein ideales Arbeitstempo zu finden. Wechsle zwischen langsameren und schnelleren Bewegungen, um ein besseres Gefühl zu entwickeln.

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4. Überspringen der Finish-Phase
Eine ungleichmäßige Oberfläche mit höheren und niedrigeren Bereichen ist ein deutliches ästhetisches Manko und tritt häufig auf, wenn ausschließlich mit der Tufting-Maschine gearbeitet wird.
Was tun: Verwende professionelle Trimmer oder Schermaschinen, um die Oberfläche des Werkstücks zu ebnen, und arbeite anschließend nur mit dem Trimmer weiter, um Linien, Tiefeneffekte und Farbflächen klarer zu definieren.

5. Falsche Wahl des Backings
Viele Tufting-Probleme entstehen durch die Verwendung eines ungeeigneten sekundären Backings. Ein zu leichtes Backing kann sich verziehen, während das Fehlen einer rutschfesten Schicht die Stabilität des Teppichs beeinträchtigt.
Lösung: Wähle stabile Backings, die für den jeweiligen Einsatz geeignet sind (siehe unseren Artikel "Was ist Secondary Backing für Tufting und wie wählt man es?"). Zum Beispiel Filz zum Aufhängen oder rutschfeste Stoffe für Bodenteppiche.

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6. Zu großer Abstand zwischen den Stichen
Wenn zwischen den Stichen zu viel Abstand gelassen wird, können sichtbare Lücken entstehen oder das Motiv verliert an Definition.
Tipp: Plane die Stichdichte bereits in der Entwurfsphase, halte den Abstand konstant und arbeite zu lockere Bereiche erneut nach.

7. Ungleichmäßiger oder zu geringer Druck
Ein weiterer häufiger Fehler ist es, keinen gleichmäßigen Druck aufrechtzuerhalten. In manchen Bereichen hat die Maschine nicht genügend Kontakt, was zu unregelmäßigen oder fehlenden Stichen führt.
Lösung: Überprüfe die Ebenheit des Rahmens und achte auf die Position deiner Hand. Führe Testlinien aus, um die Gleichmäßigkeit des Kontakts zu kontrollieren.

8. Mangelnde Reinigung und Wartung
Staub, Fussel und Rückstände im Garnlauf oder rund um die Nadel können zu Blockaden, Garnrissen oder unregelmäßigem Lauf führen.
Gute Praxis: Bürste nach jeder Session die kritischen Bereiche und überprüfe, ob die Nadelöffnung frei ist. Führe regelmäßig eine gründlichere Reinigung durch. Mehr dazu im Artikel "Was kann ich tun, um meine Tufting-Pistole richtig zu reinigen und zu schmieren?".

9. Arbeiten mit Garnresten und Überschüssen auf der Rückseite
Eine der Hauptursachen für unregelmäßige Stichabstände und ein uneinheitliches Endergebnis ist eine unzureichend gereinigte Arbeitsfläche, die später die Rückseite des Werkstücks bildet.
Zwischen den einzelnen Durchgängen mit der Tufting-Maschine bleiben oft kleine Garnreste zurück, insbesondere an den Stellen, an denen die Maschine angesetzt wird. Mit der Zeit beeinträchtigen diese Rückstände die Sicht und erschweren es, Bereiche zu erkennen, die weitere Durchgänge benötigen.
So vermeidest du das: Unterbrich die Tufting-Arbeit regelmäßig und entferne überschüssiges Garn mit einer Schere. Dadurch verbessert sich die Übersicht und du erkennst leichter, wo Nachbesserungen nötig sind.

10. Den Flor ohne vorheriges Auftragen von Kleber finishen
Das Finishen des Flors, bevor der Kleber aufgetragen und vollständig getrocknet ist, kann dazu führen, dass sich getuftete Bereiche beim Einsatz eines Trimmers oder einer Schermaschine aus der Gewebebasis lösen. Dadurch entstehen oft sichtbare Löcher, die das Endergebnis vollständig beeinträchtigen.
Korrekte Vorgehensweise: Trage den Kleber gleichmäßig auf die Rückseite des Werkstücks auf und befestige das Backing sorgfältig. Lasse alles mindestens 24 Stunden trocknen, bevor du mit dem Finish beginnst.
Hinweis: Um ganz korrekt zu sein, sollte erwähnt werden, dass erfahrene Maker sich manchmal erlauben, die Oberfläche teilweise vor dem Auftragen des Klebers zu finishen. Dies geschieht meist bei sehr detaillierten Arbeiten, bei denen unterschiedliche Florhöhen oder der Wechsel zwischen Cut und Loop für das ästhetische Endergebnis entscheidend sind. In solchen Fällen ist ein partielles Finish notwendig und der Kleber kann erst später aufgetragen werden.
Ist dieser Zwischenschritt nicht erforderlich, empfiehlt es sich, den gesamten Flor zunächst mit Kleber zu fixieren und erst danach zu finishen.

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Wenn du diese häufigen Fehler beim Tufting kennst, kannst du Frustration vermeiden und von Anfang an zuverlässigere Ergebnisse erzielen. Möchtest du Techniken oder Materialien vertiefen, lies unsere weiterführenden Artikel: Garn-Leitfaden, wichtiges Zubehör, Teppiche mit langem Flor.